Basil in Indien 2007/2008

Bachelorarbeit am Indian Institute of Technology (IIT) Madras, Chennai, Tamil Nadu, Indien
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Erste Arbeitswoche
Die Regenzeit macht sich immer deutlicher bemerkbar, es regnet plötzlich und unerwartet, zwar nur kurzzeitig, dafür aber stärker, als hier Wasser aus der Dusche kommt. Glücklicherweise liegt vor meinem Hostel kein Teich - der Beginn der Regenzeit fällt mit dem Beginn der Parrungszeit der Frösche zusammen, die hier eine beeindruckende Lautstärke erreichen. Der Regen treibt Insekten aus ihren Löchern, so hat mir ein Inder erklärt, deshalb finde ich immer wieder Käfer im Waschbecken, die kopfüber im Abfluss stecken, nicht durchpassen, und jedesmal strampeln, wenn ich mir die Hände wasche, aber immer dösiger werden, da sie von kugelförmigen WC-Steinen umgeben sind. Auch Skorpione sollen durch den Regen ins Freie getrieben werden.

Meine Vorlesungen haben begonnen, ein Teil des Stoffes kenne ich aus Wissensverarbeitung und Diskreter Mathematik, nur höre ich endlich etwas zu Logik höherer Stufe und allgemein in angenehm formaler Form. Durch die Vorlesungen fällt es leicht, Kontakte zu anderen Studenten zu knüpfen. Hier einer der Vorlesungsräume. Man sitzt möglichst vorne, um den Dozenten und nicht die Ventilation zu hören, die jede Ecke meiner Papiere zum Flattern bringt.

Abgesehen von Vorlesungen, für die zurzeit ausser Anwesenheit kein weiterer Aufwand nötig ist, beschäftigt mich meine Arbeit. Im Moment entwickele ich ein Design für einen classification tree miner. Als Grundlage dient ein Ansatz vom IBM, der jedoch noch ein paar Schwachstellen hat in den verwendeten Datenstrukturen (-> Performanz) und des verwendeten splitting index (->Accuracy). Ab Montag bekomme ich einen eigenen Raum im Department of Mathematiccs, im gleichen Flur wie mein Betreuer, da es sich im Hostel schlecht arbeiten lässt, Musik aus allen Richtungen. Ausweiche n kann man aber auch in die Bibliothek.

Meinen ständigen Hunger - ich konnte soviel essen wie ich wollte, ich war trotzdem ständig hungrig - habe vor einigen Tagen gestillt, ich habe Fleisch gegessen. Links ist gebackener Käse mit Zwiebeln und Zitrone, darüber butter nan, eine Art Brot, und rechts unter dem Nelken enthaltendden Reis begraben, zu dem es zwei Sossen gab, liegt ein Hühnerbein. Hinterher ein fruit lassi. So viel habe ich wohl noch nie auf einmal gegessen. Gekostet hat mich das knapp über einen Euro.

In der Mensa habe ich mittlerweile einen Wasserträger. Im Unterschied zu den Indern scheine ich der einzige zu sein, der ihn, einen der vielen Angestellten der Mensa, Beachtung schenkt, indem ich ihn nicht keines Blickes würdige, sondern ihn freundlich ansehe. Jetzt bin ich nicht mehr auf das Wasser in den Kannen auf dem Tisch angewiesen, sondern bekomme immer aus der Küche einen Becher mit eiskaltem Wasser gebracht. Sein eigentlicher Job besteht hauptsächlich im Nachfüllen der Kannen auf den Tischen. Tische abzuwischen ist die Aufgabe von anderen, die Aufgaben sind klar verteilt.

Alle Bilder der letzten Tage hier.

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