Basil in Indien 2007/2008

Bachelorarbeit am Indian Institute of Technology (IIT) Madras, Chennai, Tamil Nadu, Indien
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Party
Samstag. Es regnet ununterbrochen und nicht mehr nur überrachend und kurzzeitig. Es ist schon um 1400 Uhr so dunkel wie sonst um 1700 Uhr, also kurz bevor es gegen 1800 Uhr dunkel wird, hier am östlichsten Rand der ungewöhnlich breiten Zeitzone. Die Inder spielen jetzt Cricket im Wohnheim, zumindest den Abschlag, man hört den Abschlag, den Ball Türen oder Mülleimer treffen und die Rufe der Spieler. Es ist Wochenende, wir, ein paar Europäer und ein Inder, nehmen, inklusive des Fahrers zu sechst, eine Motorradrikscha in die Stadt zu einem Cafe, um weitere Leute zu treffen, später in einen kleinen Club, den man als Mann nur in Begleitung eine Frau betreten darf, und zusammen 500 Rupien zahlt, also etwa 9 Euro. Enorm, wenn man bedenkt, dass auf dem Campus ein Arbeiter einen Stundenlohn von 15 Rupien bekommen. Zwei Getränke sind im Preis enthalten, üblicherweise scheint hier Cola mit Rum getrunken zu werden. Der Laden ist klimatisiert, stellenweise sogar viel zu kalt. Die Musik war überrachend gut. Also nicht, dass ich schlechte Musik erwartet hatte, sondern ich hatte nicht erwartet, dass sie mir gefällt. Sie wurde als Trance bezeichnet, war aber eher eine Art Psytekk - Goa ist nicht weit, nicht nur geographisch. Die Inderinnen waren nicht so traditionell gekleidet wie hier sonst, im eher traditionellen Südindien, fast ausschliesslich. Die zwei Inder, mit denen wir neulich ausserhalb Kaffee trinken waren, hätten sich sicher gefreut, waren sie doch so aufgeregt, als sie einen für deutsche Vehältnisse unscheinbaren, hier wohl sehr gewagten Ausschitt entdeckt hatten. Um ein Uhr geht das Licht an, die Party ist vorbei, völlig normal. In der relativ kurzen Zeit lernt man schnell eine Menge Inder kennen, sie sind sehr offen, interessiert und kommunikativ. Auf dem Rückweg, wir hatten unsere Fahrräder am Haupteingang des Campus, mehrere Kilometer von unserem Hostel entfernt, abgestellt, regnete es weiter in Strömen. Einhändig lenkend und einhändig den Regenschirm haltend, Pfützen ungewisser Tiefe ausweichend, fuhren wir durch den schwach gelblich beleuchteten Regenwald. Wild oder Affen waren nicht zu sehen, nur fremde Nachtvögel zu hören.

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