Basil in Indien 2007/2008

Bachelorarbeit am Indian Institute of Technology (IIT) Madras, Chennai, Tamil Nadu, Indien
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Reisetag 2: Bangalore
Viele Ausländer kommen nach Bangalore ohne recht zu wissen, warum, schreibt mein Reiseführer. Es gibt verhältnismässig wenige Sehenswürdigkeiten, dafür aber eine Menge Parks und schöne grosse alte Bäume in den breiten, mittlerweile verkehrschaotischen Strassen, weshalb die Stadt auch Garden City genannt wird.

Vidhana Soudha, Cubon Park und Museen

Government work is god's work ist am Vidhana Soudha, dem State Sekretariat, zu lesen, dem grössten staatlichen Gebäude seiner Art in Indien.


Direkt daneben der Cubbon Park mit Jackfruchtbäumen, Riesenbüscheln armdicken Bambus und vielen mir unbekannten Bäumen.

Drei Museen grenzen an den Park. Vor dem Technikmuseum möchte sich eine Schulklasse samt Lehrer photographieren lassen. Das Museum, dass ich eigentlich besuchen wollte, die Venkatappa Art Gallery, ist leider völlig belanglos.

Der Technologiepark, dessen Architektur mir im Wikipediaartikel ins Auge stach, scheint mindetsens 10 Kilometer entfernt zu liegen, ein Rischafahrer bietet mir free ride, just two or three shops, no need to buy an. Ich sage zu, denke mir man könnte einen Laden einfach wieder verlassen ohne etwas zu kaufen. Ich sollte nicht sagen, dass ich in Indien studiere, sondern ein Tourist sei und von dem Abkommen mit dem free ride nichts erwähnen. Das sei das Gesetz des Tourismus oder etwas in der Art antwortete er auf meine Frage nach dem Grund. Es war sehr anstrengend, es gab wirklich nichts, was mir von dem Kram gefiel und ich wollte auch nicht nachgeben und wenigstens einen blöden hässlichen Schlüsselanhänger an ekelgoldenem Kettchen kaufen, auch keine Räucherstäbchen, für die ich keine Verwendung hätte, auch wenn ich mittags angeblich der erste Kunde des Tages wäre und es ihnen Glück bringen würde. Einen weiteren Shop könnte ich nicht ertragen, deshalb gab ich dem Fahrer 10 Rupien, also einen sechstel Euro, angemessen für die bisherige Fahrt, wurde ihn aber nur sehr schwer los. Ich musste lernen unfreundlich abweisend zu sein und ihn, als auch das nicht half, völlig zu ignorieren.

Bull Temple

Nach einem Essen in einem keralischen Restaurant mit Appam, einer Art leicht süsslichen Pfannkuchen aus Reismehl die am Rand dünn und knusprig und in der Mitte dick, luftig und weich und damit ideal zum Stippen in Sosse sind, dazu Huhn in dicker roter Sosse in typisch keralish eher süsslicher Art und Ananassaft, liess ich mich von einem diesmal sehr netten Fahrer zum Bull Temple fahren, der einen riesigen monolithischen Nandi, Shivas Reittier, also eine Stierskulptur, beherbergt.

In der umgebenden Grünanlage hängen einige Bäume voll von zappelnden Fledermäusen, Familien picknicken, Kinder rutschen glatte Felsen herunter, wollen photographiert werden, bitten um Schokolade und fragen nach Geld, bei einem Ausländer kann man es wohl mal versuchen.


Lalbagh Botanical Gardens

Auf dem Weg zum nächsten Park treffe ich auf die merkwürdigen Früchte, die keine Früchte sind, die ich vom Campus kenne und die, auch wenn man sie aus dem achten Stock wirft, trotz Aufschlag auf harten Untergrund, kaum verändert sind. Niemand konnte mir bisher einen Namen nennen, jedenfalls gelten diese Unfrüchte als nutzloser Abfall.

In der riesigen Anlage der Lalbagh Botanical Gardens sehe ich zum ersten Mal einen Breiapfelbaum.


Eine Gruppe von computer engineering-Studenten aus dem Bundesstaat Maharashtra will sich mir mir photographieren lassen und ist sehr sympathisch. Unsere Reiseroute ist teilweise identisch, so hoffe ich, sie in Mysore oder Ooty wiederzutreffen.

Hotel

Meine Dusche im Hotel ist etwas ungewöhnlich, ein Bottich steht auf einem Hocker und es gibt zwei Schöpfeimer, einer von beiden soll angeblich das Wasser liefern, wenn mit der linken Hand das Klopapier ersetzt wird. Mit dem anderen Eimer schöpft man sich beim Duschen Wasser über. Welcher der beiden Schöpfeimer für welche Funktion vorgesehen ist konnte ich nur raten. Erstaunlicherweise funktioniert es problemlos auf diese Weise zu Duschen und man verbraucht sicherlich weniger Wasser. Vom Badezimmer aus führt eine Tür in einen wenig einladenden düsteren Schacht.

Alle Photos des Tages hier.

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