Basil in Indien 2007/2008

Bachelorarbeit am Indian Institute of Technology (IIT) Madras, Chennai, Tamil Nadu, Indien
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Reisetag 4: Mysore, Ooty
Am Morgen sehen wir uns, nach einem Frühstück bestehend aus malligi iddli, einer locker-schaumigen Iddli-Variante, den Palast an, unzählige Hallen und Räume mit mir unbekannter Funktion die kaum mehr geschmückt sein könnten.


Photoapparate sind im Palastinneren ungerne gesehen, deshalb schiesse ich aus der Hosentasche, was erklärt, weshalb die Bilder so schief sind.



Ich habe beschlossen vorzeitig abzureisen, das Wichtigste habe ich bereits gesehen und die Atmosphäre der Stadt ist mir nicht sehr sympathisch, was in den Erlebnissen des Vortages begründet liegt. Wir beschliessen weiter nach Udagamandalam bzw. Ootacamund bzw. Ooty in den Nilgiribergen zu reisen. Die Ecken der Toilettenkabinen im Busbahnhof sehen interessant aus, die Farbe stammt vom gespuckten Saft der speichelflussanregenden und -färbenden wegen seiner anregenden Wirkung gekauten Betelnuss.

Als unser Bus durch das Tor des Busbahnhofes einfährt, beginnen die ersten bereits zu rennen, die Tür steht während der Fahrt offen und man drückt sich in den Bus, versucht die aussteigenden Passagiere zurückzudrängen. Noch in Fahrt hängt ein drängelndes Menschenknäul in der Luft mitsamt Gepäck, wir mittendrin, erwischen dennoch annehmbare Sitzplätze bevor sich die allgemeine Situation entspannt.

In den nächten Stunden verändert sich die Landschaft weiter und weiter. Agavenartige Hecken begrenzen Flächen im noch flachen Land bevor es spürbar kühler wird, während wir in den Westghats, einem dichtbewaldeten Gebirge, höher und höher steigen. Mittlerweile ist es dunkel geworden, die Lichter der Stadt in der Ebene sind noch Stunden zu erkennen, so langsam steigen wir die Serpentinen auf. Ich bin froh die Stadt verlassen zu haben, ich spüre bereits, dass mir Ooty gefallen wird. Die Bäume sind geradegewachsen, stehen sehr dicht beisammen und sind so hoch, dass ich keine Kronen erkennen kann. Dazwischen sehe ich auf dichtes Buschwerk hinunten, dass viele Meter nur leicht schräg unter mit liegt, so rapide fällt das Gelände neben der Strasse ab, die seitlich wie weggebrochen und kaum breiter als gerade notwendig ist. Die Stimmung im Bus ist heiter, wir werden bis auf zwei Fahrzeuge von Allen überholt, bei den zwei Ausnahmen wird gejubelt und geklatscht. Wir fahren mehrere Stunden länger als der Reiseführer angegeben hat. Anscheinend ist es nicht der Bus, von dem ein Reiseführer annehmen würde, dass ihn ein Tourist benütze. Irgendwo halten wir kurz an, der Schaffner steigt kurz aus, Wenige steigen zu und es kommt zu irgendeiner Unstimmingkeit. Der Schaffner stösst jemanden an, die Menge ist aufgebracht, er rettet sich in den Bus und etwa zehn Mann rennen dem Schaffner rufend und drohend aber nicht bedrohlich neben dem nun angefahrenen Bus her, schlagen an die Seitenwand bis wir wieder tief im Wald fern jeder Zivilisation sind; man sieht kein Licht, keine Häuser, keine Menschen, nur dichtesten Wald und Vollmond.

Gegen zehn Uhr erreichen wir unser Ziel, finden sogar nach kurzer Zeit eine Lodge. Der kleine Ort mutet provencalisch an wie er sich über den Hügel erstreckt mit den schmalen stillen Gassen und dem Geruch von Holzfeuern, wirkt aber auch so, wie ich es mir im Himalaya vorstelle. Inder tragen Wollmützen, haben sich dicke Decken umgeworfen und sitzen in Gruppen auf den Ladeflächen bunter Lastwagen.

Kein Restaurant hat mehr geöffnet, nur in einem kleinen Laden, Polizisten hatten uns den Weg gewiesen, werden gerade frische Parathas geknetet, geschleudert, gebacken, geklopft und mit Sosse gegessen.

Alle Photos des Tages hier.

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